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Die Allianz Private Krankenversicherung (APKV) als Pflegekasse

Wenn Sie bei der Allianz Private Krankenversicherung vollversichert sind, ist dieses Unternehmen automatisch auch Ihr Träger für die Private Pflegepflichtversicherung (PPV). Für viele Senioren und deren Angehörige wirft dies im Ernstfall Fragen auf: Wie unterscheidet sich der Ablauf von der gesetzlichen Kasse? Wer begutachtet den Pflegegrad? Und welche aktuellen Beträge stehen Ihnen im Jahr 2026 zu?

Dieser Artikel führt Sie als Versicherte und Angehörige sicher durch den Dschungel der Bürokratie – von der ersten Antragstellung über den Gutachtertermin durch Medicproof bis hin zur Auszahlung von Pflegegeld und Zuschüssen für Treppenlifte oder Hausnotrufgeräte.

Stand der Informationen: Januar 2026. Alle Leistungsbeträge berücksichtigen die gesetzlichen Erhöhungen (PUEG), die seit 2025 gelten.

1. Die Private Pflegepflichtversicherung der Allianz: Das müssen Sie wissen

Anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung, wo es separate "Pflegekassen" gibt, ist bei Privatversicherten das Versicherungsunternehmen selbst (hier die Allianz) auch für die Pflegeabsicherung zuständig.

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass die Leistungen der privaten Pflegepflichtversicherung (PPV) in Art und Umfang denen der sozialen Pflegeversicherung (gesetzlich) entsprechen müssen. Das bedeutet für Sie: Sie haben Anspruch auf dieselben Zuschüsse und Hilfsmittel wie ein gesetzlich Versicherter – allerdings mit einem oft schnelleren und digitalen Service, für den die Allianz bekannt ist.

Wichtige Unterschiede zur Gesetzlichen Kasse:

  • Begutachtung: Es kommt nicht der MDK (Medizinische Dienst), sondern Medicproof (der medizinische Dienst der Privaten).

  • Abrechnung: Sie treten bei Sachleistungen (z. B. Pflegedienst) oft in Vorleistung oder reichen Rechnungen ein, je nach Tarif und Absprache.

  • Geltungsbereich: Der Schutz gilt europaweit, was für Senioren mit Wohnsitz im EU-Ausland relevant sein kann.

2. Aktuelle Pflegeleistungen 2026: Das zahlt die Allianz

Seit den Pflegereformen 2024 und 2025 sind die Leistungsbeträge deutlich gestiegen. Nachfolgend finden Sie die aktuellen monatlichen Höchstsätze, die Ihnen bei der Allianz Private Krankenversicherung zustehen.

a) Pflegegeld (für die Pflege durch Angehörige)

Das Pflegegeld wird ausgezahlt, wenn Sie zu Hause von Angehörigen, Freunden oder einer 24-Stunden-Betreuungskraft (ohne deutschen Versorgungsvertrag) gepflegt werden. Das Geld steht Ihnen zur freien Verfügung.

  • Pflegegrad 1: kein Pflegegeld (nur Entlastungsbetrag)

  • Pflegegrad 2: 347 Euro monatlich

  • Pflegegrad 3: 599 Euro monatlich

  • Pflegegrad 4: 800 Euro monatlich

  • Pflegegrad 5: 990 Euro monatlich

b) Pflegesachleistungen (für ambulante Pflegedienste)

Wenn ein anerkannter ambulanter Pflegedienst zur Körperpflege oder medizinischen Versorgung ins Haus kommt, rechnet die Allianz bis zu folgenden Höchstgrenzen ab:

  • Pflegegrad 2: bis zu 796 Euro

  • Pflegegrad 3: bis zu 1.497 Euro

  • Pflegegrad 4: bis zu 1.859 Euro

  • Pflegegrad 5: bis zu 2.299 Euro

Experten-Tipp: Nutzen Sie die Kombinationsleistung. Wenn Sie den Sachleistungsbetrag für den Pflegedienst nicht voll ausschöpfen, wird Ihnen das übrige Pflegegeld anteilig ausgezahlt. Dies ist ideal, wenn Sie z.B. nur einmal wöchentlich Hilfe beim Duschen benötigen und den Rest der Woche von der Familie versorgt werden.

c) Entlastungsbetrag: 125 Euro für alle

Ab Pflegegrad 1 steht jedem Versicherten ein monatlicher Entlastungsbetrag von 125 Euro zu.
Diesen Betrag können Sie bei der Allianz einreichen für:

  • Teilnahme an Betreuungsgruppen.

  • Alltagsbegleiter (Einkaufshilfe, Spaziergänge).

  • Haushaltshilfen (Reinigung, Wäsche).

  • Kurzzeitpflege (Unterkunft & Verpflegung).

Wichtig: Nicht genutzte Beträge aus dem Vorjahr können in der Regel bis zum 30. Juni des Folgejahres angespart und genutzt werden. Reichen Sie die Rechnungen gesammelt bei der Allianz ein (z.B. per App).

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3. Zuschüsse für Hilfsmittel und Umbauten

Gerade im Bereich der häuslichen Versorgung bietet die Pflegeversicherung der Allianz wesentliche finanzielle Stützen, die oft vergessen werden.

Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen (Badumbau, Treppenlift)

Wenn die Pflege zu Hause durch Stufen oder ein nicht barrierefreies Bad erschwert wird, zahlt die Allianz einen Zuschuss.

  • Zuschuss pro Maßnahme: bis zu 4.000 Euro pro pflegebedürftiger Person.

  • Leben Ehepaare zusammen (beide pflegebedürftig), kann sich der Zuschuss auf 8.000 Euro erhöhen.

  • Beispiel: Einbau eines Treppenlifts oder Umbau der Wanne zur Dusche.

Pflegehilfsmittel zum Verbrauch

Für Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel oder Betteinlagen erstattet die Allianz monatlich bis zu 40 Euro. Viele Anbieter liefern hierfür fertig gepackte "Pflegeboxen", die direkt mit der Pflegekasse abgerechnet werden können.

Technische Pflegehilfsmittel (Hausnotruf)

Ein Hausnotrufsystem wird in der Regel bezuschusst, wenn Sie allein leben oder über weite Teile des Tages allein sind.

  • Pauschale für die Einrichtung: einmalig 10,49 Euro.

  • Monatlicher Zuschuss zum Betrieb: 30,35 Euro (Basis-Tarif).

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Förderung

Bis zu 4.000 € je Maßnahme

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4. Der Allianz Pflegeantrag: Schritt für Schritt zum Pflegegrad

Viele Versicherte scheuen den Antrag aus Angst vor Bürokratie. Bei der Allianz ist dieser Prozess jedoch mittlerweile stark digitalisiert und vergleichsweise unkompliziert.

Schritt 1: Antrag stellen (Formlos oder Online)

Sie müssen keine komplizierten Formulare wälzen. Der sicherste Weg ist der offizielle Online-Pflegeantrag der Allianz oder ein Anruf.

  • Telefonisch: Melden Sie sich bei der Allianz Pflege-Hotline (siehe Kontakt unten). Der Antrag gilt ab dem Tag des Anrufs.

  • Online: Nutzen Sie das Portal "Meine Allianz" oder die Website, um den Antrag digital abzusenden.

Hinweis: Stellen Sie den Antrag so früh wie möglich. Leistungen werden rückwirkend ab dem Tag der Antragstellung gezahlt.

Schritt 2: Termin mit Medicproof

Nachdem die Allianz Ihren Antrag geprüft hat, beauftragt sie Medicproof. Dies ist der medizinische Dienst der privaten Krankenversicherungen.
Ein Gutachter (oft ein Arzt oder eine erfahrene Pflegefachkraft) wird sich telefonisch bei Ihnen melden, um einen Begutachtungstermin bei Ihnen zu Hause zu vereinbaren.

Schritt 3: Die Begutachtung (NBA)

Der Gutachter kommt zu Ihnen nach Hause. Er prüft mit dem "Neuen Begutachtungsassessment" (NBA) Ihre Selbstständigkeit in sechs Lebensbereichen:

  1. Mobilität (Beweglichkeit, Treppensteigen).

  2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten (Orientierung, Verstehen).

  3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen (Ängste, Depression).

  4. Selbstversorgung (Körperpflege, Essen).

  5. Umgang mit krankheitsbedingten Anforderungen (Medikamente, Arztbesuche).

  6. Gestaltung des Alltagslebens (soziale Kontakte).

Tipp für den Termin: Legen Sie aktuelle Arztbriefe und Medikamentenpläne bereit. Bitten Sie einen Angehörigen oder Ihren Pflegedienst, bei dem Termin anwesend zu sein. Beschönigen Sie nichts – zeigen Sie ehrlich, was im Alltag nicht mehr funktioniert.

Schritt 4: Der Bescheid

Das Gutachten geht an die Allianz. Diese sendet Ihnen (in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen nach Antragstellung) den schriftlichen Bescheid über den Pflegegrad.

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5. Medicproof, Zusatzversicherung und Kontakt

Medicproof vs. MDK: Was Privatversicherte beachten müssen

Ein häufiges Missverständnis entsteht, wenn Angehörige und Versicherte unterschiedliche Systeme gewohnt sind.

  • Der MDK (Medizinische Dienst der Krankenversicherung) ist nur für gesetzlich Versicherte zuständig.

  • Medicproof prüft ausschließlich Privatversicherte.

Die Kriterien für den Pflegegrad sind gesetzlich identisch. Dennoch wird Medicproof oft eine höhere Serviceorientierung bei der Terminvergabe nachgesagt. Die Gutachter sind freiberuflich tätig.
Wichtig: Wenn Sie mit der Einstufung durch Medicproof nicht einverstanden sind, können Sie bei der Allianz Widerspruch einlegen. Ein Zweitgutachten durch einen anderen Gutachter wird dann oft veranlasst.

Zusatzversicherung: Allianz PflegetagegeldBest

Viele Allianz-Kunden haben neben der Pflichtversicherung eine private Pflegezusatzversicherung (z.B. Tarif PZTBest oder PZTB03).
Prüfen Sie Ihre Unterlagen! Diese Tarife zahlen zusätzlich zum gesetzlichen Pflegegeld ein vereinbartes Tagegeld.

  • Die Auszahlung erfolgt meist unbürokratisch, sobald der Pflegegrad-Bescheid der Pflichtversicherung vorliegt.

  • Dieses Geld steht zur freien Verfügung und wird nicht auf die anderen Leistungen angerechnet.

Kontakt und Adressen der Allianz Pflegeversicherung

Für Anträge, Rechnungen (z.B. für Verhinderungspflege oder Entlastungsbetrag) und Beratungen nutzen Sie folgende direkte Kontaktwege.

Postanschrift (Zentral für Kranken- und Pflegeversicherung):
Allianz Private Krankenversicherungs-AG
10870 Berlin

Telefon-Hotline (Pflegeleistungen & Anträge):
0800 4 100 108 (Kostenfrei aus allen deutschen Netzen)
Erreichbar: Mo–Fr 08:00 – 20:00 Uhr

Online & App:
Am schnellsten reichen Sie Rechnungen über die App "Allianz Gesundheits-App" ein. Fotografieren Sie die Rechnung des Pflegedienstes oder des Treppenlift-Anbieters und senden Sie diese direkt über das Smartphone ab. Dies beschleunigt die Erstattung oft auf wenige Tage.

Zusammenfassung

Die Allianz Private Krankenversicherung bietet als Pflegekasse ein solides, gesetzlich geregeltes Leistungsspektrum, das durch digitale Services (App) und die Begutachtung durch Medicproof ergänzt wird.

Ihre Checkliste für den Pflegefall bei der Allianz:

  1. Sofort Antrag stellen (Telefon 0800 4 100 108 oder Online), um Fristen zu wahren.

  2. Pflegegrad-Rechner nutzen, um sich auf den Termin vorzubereiten.

  3. Termin mit Medicproof wahrnehmen (Gutachter kommt nach Hause).

  4. Nach Bewilligung: Wohnumfeldverbesserung (4.000 €) für Treppenlift oder Badumbau beantragen.

  5. Pflegehilfsmittel (40 €/Monat) und Hausnotruf bestellen.

  6. Bei Fragen die COMPASS Pflegeberatung nutzen.

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Häufige Fragen (FAQ)

Wichtige Antworten zur Allianz Pflegeversicherung

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